Zum Weltspieltag 2018: „Durch Spielen zu einer besonderen Persönlichkeit werden“

Am 28. Mai feiert der Weltspieltag in Deutschland zehnjähriges Jubiläum. Auch in diesem Jahr wird das Deutsche Kinderhilfswerk und das Bündnis Recht auf Spielen bundesweit kostenlose Aktionen rund um das Thema Spielen anbieten, aber auch die Bedeutung des Spielens für Kinder ins Bewusstsein rufen. Der Spieleautor Haim Shafir erklärt, wieso Spiele so wichtig sind.

Ob beim freien Spiel mit Freunden in der Natur, mit Spielzeug oder bei Karten- und Brettspielen: Dass sich Spielen nicht auf simplen Zeitvertreib reduzieren lässt, sondern die verschiedensten Menschen vereinen und die Entwicklung Kinder fördern kann, war bereits antiken Philosophen bekannt. Mit Spielen können Wissen, Körpergefühl ebenso wie soziale und persönliche Kompetenzen zu Stärken trainiert und erweitert werden.

Dass Gesellsaftspiele zum Fördern genutzt werden können, lässt sich bei einem Blick auf die Entstehungsgeschichte des Familienspielklassikers Halli Galli erkennen. Erfinder Haim Shafir erinnert sich: „Zuerst sollte es ein Spiel werden, das Kindern beim Erlernen von mathematischen Verfahren wie Addition und Subtraktion hilft. Dann entwickelte es sich aber zu dem Spiel, das man heute kennt: ein Konzentrationsspiel, bei dem man schnell reagieren muss.“

So entwickelte sich aus dem Spiel eine eigene Dynamik, die auch heute noch von Pädagogen, Ergotherapeuten und Logopäden genutzt wird: Durch die Rasanz werden die Regeln in den Köpfen der Kinder ganz ohne ermüdendes Grübeln verinnerlicht und fördert zudem Fähigkeiten wie Konzentration, Ausdauer und die Hand-Auge-Koordination der Kinder.

Andere Spiele helfen bei der Entwicklung elementarer Fertigkeiten, wie z.B. Lesen, Rechts-Links-Orientierung, Konzentration, Zuordnung von Zahlen oder dem ersten Rechnen. Der Spieleerfinder Shafir fasst die Wichtigkeit des Spielens auf vier Punkte zusammen: „Mit Spielen erweitern wir unser Horizont, wir entwickeln soziale Kompetenzen und werden zu einer besonderen Persönlichkeit. Und natürlich: Durch das Spielen lernen wir, Konflikte und Meinungsverschiedenheiten ohne Gewalt auszutragen.“

Gerade Spielen ist für die Förderung aller wichtigen Kompetenzbereiche der kindlichen Entwicklung von wesentlicher Bedeutung. Zum Schluss ist aber doch wichtig, dass es Spaß macht: „Ein gutes Spiel ist natürlich eins, das von vielen Leuten immer wieder gern gespielt wird“, so Shafir. Und davon profitieren nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene.