Reiner Knizia

Reiner Knizia ((c)-Karen-Easteal)
© Karen Easteal

… im Interview

Was hast du eigentlich gemacht, bevor du Spieleautor wurdest?

Spieleautor war ich eigentlich schon mein ganzes Leben, denn mit dem Entwickeln eigener Spiele habe ich mich bereits im Alter von ca. 10 Jahren beschäftigt. ABER, diese Entwicklungen waren nur für das Spielen mit Freunden gemacht, und haben in ihren Anfängen auch wohl nur dort funktioniert. Robust für die weitere Spielegemeinde waren meine ersten Entwicklungsversuche sicher nicht. Aber sowohl das Entwickeln als auch das Spielen hat mir schon damals mächtig Spaß gemacht …

Dennoch habe ich dann zunächst einmal Mathematik studiert, in Deutschland und den USA, an der Universität Ulm und der Syracuse University gelehrt und geforscht, dabei auch promoviert. Schließlich ging es in die Wirtschaft: Software-Entwicklung, Bankgeschäft, Unternehmensplanung, Baufinanzierung. Das hat mich schließlich nach England gebracht, wo ich als Vorstand ein Baufinanzierungsunternehmen mit 300 Mitarbeitern und 1 Milliarde Pfund jährlichem Geschäftsvolumen geführt habe. Da war ich ganz schön beschäftigt …

Wann wusstest du, dass du Spieleautor werden möchtest?

Neben meinem Hauptberuf lief die Entwicklung der Spiele zunächst weiter, wurde zunehmend professioneller, die ersten Buch- und Spieleveröffentlichungen stellten sich ein, hinzu kamen schöne Auszeichnungen und auch gute Verkaufserfolge. Schließlich sagte ich mir, dass man nur einmal lebt, und so schenkte ich mir zu meinem 40. Geburtstag die Freiheit, „nur“ noch Spiele zu entwickeln. Und das tue ich bis heute …

 

(März 2019)

Wenn ich gerade keine Spiele erfinde, dann …

Wenn ich bewusst gerade keine Spiele erfinde, dann schlafe ich wahrscheinlich – und lasse mein Unterbewusstsein an meinen Ideen weiterarbeiten. In meinem Leben dreht sich fast alles um Spiele. Das Universum hält noch viele neue Spielideen für mich bereit, die es zu erfinden gibt. Das ist mein Beitrag zu unserer Welt. Mit den Menschen, den Herausforderungen und den Erfahrungen, die in der Welt der Spiele auf mich warten, kann man mehr als ein Leben füllen. Mein Leben ist übervoll, und genau so soll es sein.

Meine erste Spielidee hatte ich, als …

Ich habe schon immer gespielt, solange ich zurückdenken kann. Dabei habe ich meiner Fantasie freien Lauf gelassen – warum auch nicht, so wie jedes Kind eben! Vorhandene Spiele wurden nach meinem Geschmack abgewandelt, und wo ich zu faszinierenden Themen keine Spiele finden konnte, wurden diese kurzerhand selbst entwickelt. Schon im Alter von acht Jahren habe ich eine Vielzahl von Spielzeugautos durch verschiedenste Röhren fahren lassen, um ausführliche Statistiken über die Spielergebnisse zu erstellen – der frühe Mathematiker (mein erstes Leben). Dann waren da auch noch riesige Stapel von Monopoly Geld, die mich zu immer neuen Rollenspielen angeregt haben – der frühe Banker (mein zweites Leben). Und von frühester Kindheit an konnte kein Besucher der Familie meinen vielen selbstgebastelten Lotterien entkommen, an denen jeder teilnehmen durfte/musste.

Das würde ich gerne einmal in einem Spiel umsetzen:

Hierauf habe ich – glücklicherweise – keine Antwort. Denn sonst müsste ich mich doch fragen lassen, was mich abhält als kreativer Kopf mit guten Verlagskontakten ein solches Projekt umzusetzen. Wenn mich eine neue Spielidee reizt, wie verrückt sie auch sein mag, dann nehme ich mir die Freiheit, genau die auch zu entwickeln. Als Künstler – und dazu gehören die Spieleautoren – muss man seinen eigenen Weg gehen. Immer nur bekannte Wege entlang zu trampeln, würde mich nicht erfüllen.

Auf ein langes Spielewochenende nehme ich auf jeden Fall mit:

… interessante Mitspieler, denn gute Spiele bieten in erster Linie die Plattform für ein interessantes und anregendes Miteinander. Spiele öffnen für mich die Tür zu anderen Menschen, und die Menschen selbst sind das ewig Neue in unseren Spielen.

Mein größter Wunsch als Spieleautor:

Was ich mir wirklich wünsche, ist eine generelle Anerkennung der Spieleautoren als Urheber ihrer Spiele und einen besseren Rechtsschutz für Spiele, so dass ehrliche Spieleautoren in Frieden arbeiten können.

 

(Dezember 2017)

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