Reiner Knizia

Reiner Knizia ((c)-Karen-Easteal)
© Karen Easteal

… im Interview

Wenn ich gerade keine Spiele erfinde, dann …

Wenn ich bewusst gerade keine Spiele erfinde, dann schlafe ich wahrscheinlich – und lasse mein Unterbewusstsein an meinen Ideen weiterarbeiten. In meinem Leben dreht sich fast alles um Spiele. Das Universum hält noch viele neue Spielideen für mich bereit, die es zu erfinden gibt. Das ist mein Beitrag zu unserer Welt. Mit den Menschen, den Herausforderungen und den Erfahrungen, die in der Welt der Spiele auf mich warten, kann man mehr als ein Leben füllen. Mein Leben ist übervoll, und genau so soll es sein.

Meine erste Spielidee hatte ich, als …

Ich habe schon immer gespielt, solange ich zurückdenken kann. Dabei habe ich meiner Fantasie freien Lauf gelassen – warum auch nicht, so wie jedes Kind eben! Vorhandene Spiele wurden nach meinem Geschmack abgewandelt, und wo ich zu faszinierenden Themen keine Spiele finden konnte, wurden diese kurzerhand selbst entwickelt. Schon im Alter von acht Jahren habe ich eine Vielzahl von Spielzeugautos durch verschiedenste Röhren fahren lassen, um ausführliche Statistiken über die Spielergebnisse zu erstellen – der frühe Mathematiker (mein erstes Leben). Dann waren da auch noch riesige Stapel von Monopoly Geld, die mich zu immer neuen Rollenspielen angeregt haben – der frühe Banker (mein zweites Leben). Und von frühester Kindheit an konnte kein Besucher der Familie meinen vielen selbstgebastelten Lotterien entkommen, an denen jeder teilnehmen durfte/musste.

Das würde ich gerne einmal in einem Spiel umsetzen:

Hierauf habe ich – glücklicherweise – keine Antwort. Denn sonst müsste ich mich doch fragen lassen, was mich abhält als kreativer Kopf mit guten Verlagskontakten ein solches Projekt umzusetzen. Wenn mich eine neue Spielidee reizt, wie verrückt sie auch sein mag, dann nehme ich mir die Freiheit, genau die auch zu entwickeln. Als Künstler – und dazu gehören die Spieleautoren – muss man seinen eigenen Weg gehen. Immer nur bekannte Wege entlang zu trampeln, würde mich nicht erfüllen.

Auf ein langes Spielewochenende nehme ich auf jeden Fall mit:

… interessante Mitspieler, denn gute Spiele bieten in erster Linie die Plattform für ein interessantes und anregendes Miteinander. Spiele öffnen für mich die Tür zu anderen Menschen, und die Menschen selbst sind das ewig Neue in unseren Spielen.

Mein größter Wunsch als Spieleautor:

Was ich mir wirklich wünsche, ist eine generelle Anerkennung der Spieleautoren als Urheber ihrer Spiele und einen besseren Rechtsschutz für Spiele, so dass ehrliche Spieleautoren in Frieden arbeiten können.

 

(Dezember 2017)

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