Uwe Rosenberg

Uwe Rosenberg

… im Interview

Wenn ich gerade keine Spiele erfinde, dann …

schreibe ich Steckbriefe wie diesen. Es dürfte ungefähr mein Zwanzigster sein. Uwe, du Angeber. Dann denke ich über Spiele nach. So ist das doch bei Männern, oder? Dass die alle 10 Minuten an Spiele denken. Gut. Dann habe ich in diesem Punkt wohl etwas viel Fantasie. Um mal nicht an Spiele zu denken (Männer haben es da ja wirklich schwer), würde ich auch schon einmal ein Buch lesen. Letztes Jahr waren es etwa 50. Zum größten Teil Bildbände (ich bin Ostfriese). Und was ist dabei herausgekommen? Ein Spiel über Ostfriesland.

Was mache ich noch, um mal nicht an Spiele zu denken? Ich treffe mich gerne mit Freunden und diskutiere mit ihnen. Über das Leben. Mehr noch über Politik. Im Moment über die Flüchtlingsströme. Wer jetzt erwartet, dass daraus ein Spiel entsteht, bitte aufzeigen!

Meine erste Spielidee hatte ich, als …

ich auf die Welt kam. Warum aus einer Geburt nicht ein epochales 24-Stunden-Spiel machen? Meine Mutter fand das nicht so witzig. Ne, im Ernst: Als ich vier war. Da hat mir mein Großvater Schach beigebracht und ich habe ein unbedeutendes Spielelement isoliert und auf andere Lebensbereiche übertragen: „Schlagen im Vorübergehen“. 😉

Das erste Spiel, bei dem ich die Spielregeln komplett verändert hatte, war „Kojak“, ein Spiel nach der gleichnamigen Fernsehserie, in der – wie unrealistisch – kein einziger Lolly vorkam. Das zweite war „Focus“ (seinerzeit „Spiel des Jahres“), aus dem ich mit Freunden ein Fußballspiel machte. Ein Monat später hatte ich ein richtiges Fußballspiel gebastelt (meine Freunde übrigens auch). Eine Partie hatte bei mir zwei Hälften und dauerte 90 Minuten. Das war, glaube ich, das Beste an dem Spiel. Wir spielten das Fußballspiel von Ansgar viel lieber als meines.

 

Das würde ich gerne einmal in einem Spiel umsetzen:

Jeder Spieler spielt eine Schule. Nicht etwa die Schulleitung, sondern die Schülerschaft. Jeder bekommt ein Flüchtlingszelt auf den Hof gestellt und hat einen abstrakten Spielplan mit fünf Zeilen und vielen Spalten. Die erste Zeile steht für den Montag, die zweite für den Dienstag usw. Kurzum: Jedes Feld steht für einen Nachmittag, an dem die Schüler etwas für die Flüchtlinge anbieten. Und genau diese Angebote stehen auf den Plättchen beschrieben, die wiederum auf die Felder gelegt werden. Manche Aktion bringt Geld ein, andere sind für ein Fest geeignet – solche Plättchen können auf einem Feld übereinander gestapelt werden. Wenn man passende Plättchen nebeneinander hat, dann entsteht eine „regelmäßige Veranstaltung“ und man bekommt weitere Plättchen gleicher Art geschenkt. Es gibt auch Plättchen, die in einer Wochenspalte untereinander gelegt werden sollen. Diese stellen eine medienträchtige Großaktion dar. Welcher Verlag würde solch eine Spielidee zu Markte tragen? Amigo vielleicht? Wie groß ist eigentlich der Hof auf dem Firmengelände von Amigo?

Auf ein langes Spielewochenende nehme ich auf jeden Fall mit:

Ein Spiel, das ich nur einmal gespielt habe und mir sehr gut gefällt. Ich bin der Typ von Spieler, der ein ganzes Wochenende immer das gleiche Spiel spielen kann. Deshalb mag ich Spieleevents. Da muss jeder einmal mit mir spielen. 😛

Ja, und welche Spiele gefallen mir besonders. Solche, wie ich sie auch erfinde – die Antwort der meisten Spieleautoren. Aus dem Hause Amigo kommen „High Bohn“ und „Bohnröschen“ dem am nächsten. Hoffentlich erfahren diese „Bohnanza“-Varianten immer mal wieder eine Neuauflage.

Mein größter Wunsch als Spieleautor:

Da ich mich mit diesen Antworten als „Mister Spieleerfinder“ bewerbe, ist meine Antwort „Weltfrieden“. Das traurige ist, dass das meinen Wünschen recht nahe kommt. „Weniger Hunger“ wäre die nächste Antwort. Ja, aber was ist dein Wunsch als Spieleautor? Dass alles so bleibt, wie es ist. Die Friedlichkeit, mit der wir unsere Spiele machen. Die Freundlichkeit, mit der wir uns austauschen und gegenseitig helfen. Und das von uns Spieleschaffenden niemand materielle Not erleiden muss. Soweit ich weiß. Aber auch: Dass die Spiele, die wir machen, immer besser werden. Dass die Spielewelt, in der wir leben, eine immer bessere wird.

 

(November 2015)

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