Arno Steinwender

Arno Steinwender

… im Interview

Wenn ich gerade keine Spiele erfinde, dann …

… schlafe ich. 🙂 Mein Hirn ist so gut wie immer im Spieleerfinder-Modus.
„Nebenbei“ unterrichte ich Mathematik und Physik an einer Tschechisch/Österreichischen Schule in Wien, tanze, singe, spiele, tauche, lese, philosophiere … langweilig wird mir jedenfalls nie.

Meine erste Spielidee hatte ich, als …

… ich abends an einem Strand in Italien saß. Warum mir gerade dort die Idee zu einem Bauernhof-Spiel kam, bei dem man versucht als Tierarzt Tiere einzufangen und in ihren Impfpass zu stempeln, weiß ich zwar nicht, aber auf Reisen kommen mir immer besonders viele neue Ideen. Anschließend landete ich dann bei der Spielagentur „White Castle“, ein Verlag veröffentlichte das Spiel und „Venga Venga“ wurde im gleichen Jahr mit dem Österreichischen Kinderspielepreis „Spiel der Spiele“ ausgezeichnet. Das war natürlich ein erfreulicher Einstieg in das Autoren-Leben. In den Jahren darauf lernte ich dann aber schnell, dass es leider nicht immer so einfach läuft und man als Spieleautor viele Rückschläge einstecken und Geduld beweisen muss.

Das würde ich gerne einmal in einem Spiel umsetzen:

Es gibt unglaublich viele Dinge, die ich gerne in einem Spiel umsetzen würde. Die meisten meiner Spiele haben ein neuartiges und witziges „Gimmick“ als Spielelement. Leider werden viele dieser Ideen schließlich nicht verlegt, weil die Produktion zu teuer wäre, beziehungsweise der Käufer nicht so viel für ein Spiel bezahlen möchte. Ein Kinderspiel für 40€ kaufen eben die wenigsten.

Generell reizt es mich auch Spiele umzusetzen die analoge und digitale Welten vernetzen. Mein Traum als Spieleautor wäre ein LCD-Display als Spieltisch (in Richtung Microsoft PixelSense) mit Spielfiguren und Elementen, die mit dem Spieltisch interagieren können. Spielpläne, die sich dynamisch und in Echtzeit verändern, genaue Bestimmung der Figuren am Spielfeld, automatische Punkteverwaltung und ähnliches würden völlig neue Spielwelten ermöglichen. So eine Technik würde nicht nur dem Spieler ein ganz neues umfassendes Spielgefühl ermöglichen, sondern auch ungeahnte Freiheiten bei der Entwicklung von Spielen ermöglichen. Aber derzeit ist das alles Science Fiction.

Auf ein langes Spielewochenende nehme ich auf jeden Fall mit:

Auf jeden Fall habe ich einige Prototypen dabei. Die Chance auf so viele Testrunden lasse ich mir doch nicht entgehen. 🙂

Und natürlich werden auch einige Spiele eingepackt. Dabei halte ich mich generell eher an Spiele, die schnell erklärt und kurzweilig sind. Mit „Skulls“, „Wizard“, „Geschenkt ist noch zu teuer“, „The Game“ oder „Love Letter“ bin ich auf jeden Fall für eine Nacht versorgt.

Mein größter Wunsch als Spieleautor:

Eine gute Fee vergibt doch immer drei Wünsche! Mit einem komme ich nämlich nicht aus.

1.) Von den Verlagen wünsche ich mir, dass sie sich mehr trauen und auch einmal mehr Geld in die Entwicklung von neuen Spielmaterialien investieren. Allzu oft werden Spiele von mir abgelehnt, weil man z. B. ein eigenes Tiefziehteil für die Produktion benötigt.

2.) Von den Spielern wünsche ich mir, dass sie andere Menschen für diese schöne Zeitgestaltung begeistern und darüber hinaus vielleicht auch noch bereit sind, für ein qualitatives Spiel 5€ oder 10€ mehr zu bezahlen. Bei einem Playstation-Spiel für 70€ regt sich „niemand“ über den Preis auf. Wenn ein Familienspiel über 30€ kostet wird das aber oft schon als sehr teuer empfunden. Das ist ein Ungleichgewicht, das ich nicht nachvollziehen kann.

3.) Von Zeitungen, Radiostationen und TV-Sendern wünsche ich mir, dass sie Gesellschaftsspiele nicht so stiefmütterlich behandeln. Wenn überhaupt, dann erscheint in vielen Medien nur zu einer großen Spielemesse oder vor Weihnachten ein Artikel. Buchbesprechungen gibt es aber oft täglich oder zumindest wöchentlich. Es wäre schön, wenn die Presse erkennt, dass Spielen ein ebenso wichtiges Kulturgut ist wie das Buch und Spielautoren eine ebenso wichtige und tolle Arbeit liefern.

 

(November 2015)

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