Wie entsteht ein Spiel?

Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie ein Spiel entsteht? Wie fängt das Ganze an und wer macht was weiter? Ist schon alles von Anfang an in Stein gemeißelt?
Hier ein kleiner Einblick in die Arbeit eines Spiele-Verlags an der Entstehung von Spielen. Mit dabei: interessante, manchmal auch verblüffende Vorher-Nachher-Fotos.

Vorher Nacher

Heute: Schnapp den Sack

Schnapp den Sack ist ein Familienspiel des erfinderischen Autoren-Urgesteins Wolfgang Kramer. Von ihm stammen preisgekrönte Spiele wie „Heimlich & Co.“, „Tikal“ oder auch „6 nimmt!„.
2012 wurde er für sein Lebenswerk als Spieleautor mit dem Sonderpreis Deutscher Spielepreis 2012 ausgezeichnet.

Schnapp den Sack fand seinen Weg als Prototyp in folgender Form zu AMIGO:

Prototyp

Das Spiel hatte den Arbeitstitel „Sechsi nimmt“ und war in Thema und Idee lose an das Kartenspiel 6 nimmt! und die Hornochsen aus der Reihe angelehnt. Wie man sehen kann, sind die Karten-Charaktere für den Prototypen bei 6 nimmt! Junior entnommen. Denn mit irgendwas muss schließlich das Spiel getestet werden.
Und nach einem solchen Test beschloss die AMIGO Redaktion „Sechsi nimmt“ umzusetzen. Das Entwicklungsteam (zusammengesetzt aus Grafik, Redaktion, Einkauf und Produktmanagement) spielte das Spiel nun ebenfalls, um zu entscheiden, wohin die Reise gehen soll. Ein Familienspiel sollte es werden, das war schnell klar. Allerdings beschloss das Team auch, dass das Spiel nicht wirklich in die 6 nimmt!-Reihe passt und das Thema der „sexy“ Kuh ebenfalls nicht sehr vielversprechend klang.

Schnell landete man bei der Idee zu einem Sack, den man schnappen könnte, statt des Holzpöppels aus dem Prototypen. Aus „Sechsi nimmt“ wurde „Schnapp den Sack“ und es mussten neue Illustrationen her – und natürlich ein kleiner Sack!

Die Illustration von Spielschachtel und Spielkarten übernahm Klemens Franz. Der in Österreich lebende Illustrator hatte schnell unzählige Ideen und war per Skype im regen Austausch. Nebenstehend seht ihr einige seiner Sack-Skizzen.

Parallel bemühte sich das Entwicklungsteam, passende Säcke für das neue Spiel aufzutreiben. Zahlreiche Gespräche mit Herstellern und Muster waren die Folge. Gefolgt von der Frage: wie groß wird denn die Spielschachtel und wie groß darf der Sack werden? Das Ergebnis: eine neue Schachtelgröße für AMIGO und ein hübscher kleiner, echter Sack, der gut in der Hand liegt.

Handschmeichler
Welche Sorte darf es sein? Hier einige skizzierte Ideen von Klemens Franz.
Welche Sorte darf es sein? Hier einige skizzierte Ideen von Klemens Franz.

Und wie sie den kleinen Handschmeichler so ansahen, kam dem Entwicklungsteam die Idee: Der Sack braucht einen Namen! Schließlich war er allen ans Herz gewachsen und der Spielregel würde es gut tun, nicht immerzu von „dem Sack“ zu sprechen. Alle überlegten, wie das gute Leinenbeutelchen heißen könnte. Von unerwarteter Seite kam dann die tolle Idee zu „Zacki“: von Wolfgang Kramers Ehefrau Ursula.

AMIGO und Zacki bedanken sich nachträglich herzlich bei der Taufpatin!

Während findiger Entwicklung rund um den Schnapp-Sack und kreativer Ausarbeitung um die verschiedenen Sack-Sorten auf den Spielkarten schrieb der  zuständige AMIGO-Redakteur die Spielregel nieder. In etlichen Korrekturphasen, Testläufen und schließlich auch grafischer Ausarbeitung entstand das Regelwerk, das bei einem externen Projekt-Redakteur nochmals auf Herz und Nieren geprüft wurde.

Und am Ende dieser gesamten Entwicklung steht dann das fertige Schnapp den Sack, das heute ganz anders aussieht als damals der Prototyp.

Schnapp den Sack

Wir hoffen, es war interessant, ein wenig über die Entstehung von Schnapp den Sack zu lesen.

 

PS: Hier finden angehende Spiele-Autoren Informationen, wie man die Spiel-Entwicklung mit AMIGO am besten angeht.