Pokémon für Eltern
Das Pokémon-Sammelkartenspiel hielt erstmals im Herbst 1999 Einzug in deutsche Kinderzimmer und ist seitdem ein großes Thema bei Kindern zwischen 6 und 12. Schnell wird der Sammelergeiz geweckt, das Tauschen mit Freunden und Mitschülern ist ein wichtiges Happening und der Slogan "Schnapp sie dir alle" ist Programm. Bei Eltern und Lehrern stößt dies zuweilen noch auf Unverständnis. Dabei bietet das Spiel auch pädagogische und soziale Aspekte, die für die Entwicklung der Kinder förderlich sind.
Spielend lernen
Auf spielerische Weise fördert das Pokémon-Sammelkartenspiel das logische Denken und die Fähigkeit, komplexe Probleme zu lösen. Dabei wirkt es sich auch positiv auf die Konzentrationsfähigkeit von Kindern aus, gibt ihnen Denkanstöße, um eigene Strategien zu entwickeln oder mehrere Züge im Voraus zu planen und stärkt ihre mathematischen Fähigkeiten durch die erforderlichen Rechenaufgaben im Zahlenraum bis 200.Gleichzeitig wird eingeübt, mit eigenen Niederlagen umzugehen und so Frustrationstoleranz aufzubauen, während ein Sieg das Selbstvertrauen steigert. Jedes einzelne Spiel trägt so langfristig zu einem Lernerfolg bei.
Anerkennung und Unterstützung durch Eltern und Lehrer ist für Kinder, die sich mit dem Spiel beschäftigen, dabei ein wichtiger Aspekt, denn in einer offenen und entspannten Atmosphäre fällt das Lernen schließlich leichter.
Gemeinsam Spaß haben
Das Pokémon-Sammelkartenspiel kann sich neben der Förderung kognitiver Lernprozesse auch positiv auf Entwicklung auf Ausbau sozialer Fähigkeiten auswirken. Anders als bei Video- oder Computerspielen sind es hier reale Mitspieler, mit denen die Kinder während des Spielens kommunizieren und interagieren. Sie lernen, sich mit anderen im spielerischen Wettbewerb auseinander zu setzen. Hauptsächlich werden so präzise Informationen über den Spielverlauf ausgetauscht, die für eine erfolgreiche Spielgestaltung genau analysiert werden müssen.Auch das Tauschen der gesammelten Karten zur Vervollständigung der eigenen Sammlung ist ein Aspekt, der die Ausbildung sozialer Kompetenzen fördert. Hier gilt es, gegenüber dem Tauschpartner die eigenen Interessen argumentativ zu vertreten, um einen gerechten Tausch auszuhandeln, der für beide Seiten zufrieden stellend ausfällt.
Mit dem Pokémon-Sammelkartenspiel gibt es also viel mehr zu entdecken als nur bunte Karten. Ein Spaß, mit dem spielerisches Lernen zum Hobby wird.


